Endlose Weite

ZU ALLER ERST! Ich war absolut überrascht wieviele Menschen mich auf meine Geschichten angesprochen haben - Hilfe! Ihr lest das ja wirklich!! DANKE DAFÜR AN ALLE, dieser Zuspruch freut mich riesig!

Wir sind zurück auf unserer Reise und hatten eine sehr unorthodoxen Weg. Wer ist schon 8 Stunden mit einem Uber von Buenos Aires nach Montevideo geführt worden? Wir! Eigentlich wollten wir mit der Fähre von Buenos Aires fahren, aber diese war ausgebucht und sehr kompliziert zu organisieren, so haben wir uns einfach ein Uber genommen, die bequemste und kostengünstigste Variante.

Angekommen in unserm Urlaubshäuschen, das uns ganz liebe Freunde aus Österreich für die nächsten Woche geborgt haben, haben wir erst einmal gemerkt, wie kalt es wirklich ist! Es ist nämlich eiskalt, der Kamin in dem Haus wurde auf Vollgas eingeheizt und wir legten uns eine Matratze vor den Ofen sonst wären wir sicher erfroren. Der Wechsel von Hochsommer in Wien zu unter 10 Grad in der Nacht in Uruguay war und ist gewöhnungsbedürftig. Also gibt es nur 2 Möglichkeiten, mit dem Mietauto die Gegend erkunden - dort ist es schön warm - so auch in den Shopping Mals. In Brasilien hatten wir schon den einen oder anderen Tag in einer Shopping Mal verbracht - da die alle klimatisiert sind - und so hält man es aus - also warum nicht umgekehrt und sich aufwärmen.

Wir hatten aber zu aller erst Lust diese Land zu erkunden und fuhren in den Nordosten nach Punta del Este und weiter Richtung Cobo Polino einem echten Hippie Örtchen mitten in den Dünen von Polonio.

Man kann sagen Punta del Este ist eine einzige Feriensiedlung, endlos, dem Strand entlang reiht sich eine Prachtvilla nach der anderen und ein modernstes chickes Ferienappartmenthaus nach dem anderen. Nicht umsonst sagt man, dass Punta del Este die Riviera von Südamerika wird.

Aber unsrer Fahrt ging die Küste entlang weiter zu den Dünen von Polonio. Laut Reiseführer sollen dort bis zu 70 Meter hohe Wanderdünen sein, also fuhren wir nahezu 200 km durch das Land. Wir fuhren auf Sandpisten die Küste entlang und auf Sandpisten durch die Pampa , endlose Weite, endlose Wälder von Eukalyptusbäumen und endlos viele Rindviecher. Faszinierend und wunderschön. 

Wir suchten unseren Weg auf Google Maps, einer wirklich sinnvolle Variante zu der althergebrachten Karte. Ohne es eigentlich genau geplant zu haben endetet unser Weg im Nationalparkzentrum von Cobo Polonio. Weiter durften keine Privatautos fahren, also stiegen wir in eine kleinen Truck mit riesen Reifen und einer Sitzfläche am Dach um. Es ging weiter zu den Dünen, Richtung Meer. Eine Fahrt mit dem „Tagada“ im Prater ist eine Angelegenheit für Kinder, dieser Truck hat uns dermassen durch die Gegend gebeutelt, wir haben die ganze Fahrt gelacht.

Angekommen ließ man uns in einem aus bunten Baracken und zusammengewürfelten Minihäuschen bestehenden echten Hippieort aussteigen. Ein Ort der sich Mitten in den Dünen verstreut angesiedelt hat. Ja, nett zum Anschauen aber ich möchte dort keine Nacht verbringen, mich juckt es schon, wenn ich nur daran denke mich in so eine Posada (Pension) einzuquartieren. Dafür muss man glaube ich wirklich unter 30 sein.

Die Landschaft war wunderschön und an der Küste waren 2 reise Seelöwen Kolonien zu sehen, die sich ihre Bäuche auf den warmen Steinen wärmten. Am Weg dorthin bin ich in einer richtigen Morastlacke ausgerutscht und war von Knie bis Fuß voll von Morast. Echt super, bei 14 Grad die Strumpfhose auszuziehen und sich und die Schuhe im Meer zu waschen. Das kann natürlich nur mir passieren und mein Wunsch hier nicht alt zu werden hat sich schlagartig verfestigt. Mit nassen Schuhen und ohne Strümpfe fuhren wir mit dem Truck auf einer wirklich eisigen Fahrt, die Sonne ging gerade unter, wieder zurück ins WARME Auto.

Aber diesen endlose Weiten und diesen Sonnenuntergang werde ich trotz allem nicht so bald vergessen.